SPD sieht Zukunftspotenzial im Wasserstoff

Erstellt von Joachim Bäumer | | Umwelt

Ratsfraktion fordert eine Konferenz zu den Perspektiven der klimaneutralen Energieversorgung. Lokale Akteure haben viel Potenzial.

Die SPD-Ratsfraktion will die Verwaltung beauftragen, eine Konferenz zu den Perspektiven der grünen Wasserstoff-Wirtschaft in Oberhausen zu organisieren. Einen entsprechenden Antrag haben die Sozialdemokraten bereits gestellt. Die Nutzung von grünem Wasserstoff kann beim Umstieg auf eine bezahlbare und klimaneutrale Energieversorgung insbesondere in der Chemie- und Schwerindustrie sowie in Teilen des Verkehrssektors ein immens wichtiger Baustein sein.

In Oberhausen sitzen nach Einschätzung der Sozialdemokraten mit dem Forschungsinstitut Umsicht, mit MAN Energy Solutions, dem OQ-Werk Ruhrchemie und der „NanoFocus AG“ wichtige Akteure mit großen Kompetenzen und viel Potenzial; städtische Beteiligungen wie die EVO als Versorger und die Stoag als möglicher Nutzer könnten wichtige Beiträge für die Entwicklung der Wasserstoff-Wirtschaft leisten.

In Augsburg beginnt schon die Testphase

Dass dies keine ferne Vision, sondern bereits heute umsetzbare Technik ist, beweist ein Blick ins schwäbische Bayern: Der Abfallwirtschaftbetrieb der Stadt Augsburg will noch in diesem Frühjahr ein wasserstoffbetriebenes Kehrfahrzeug mit einer Brennstoffzelle testen. Die Fuggerstadt sieht diesen Antrieb gerade bei Großfahrzeugen wie Müllautos, wo die klassische E-Mobilität an ihre Grenzen stoßen könnte, als umweltfreundliche Alternative an. „Wir halten es für ungeheuer wichtig, dass die entsprechenden Akteure zusammenkommen und die Chancen für Oberhausen gemeinsam ausloten“, erklärt der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Manfred Flore.

Bereits Anfang des Jahres hatten die Oberhausener Landtagsabgeordneten Sonja Bongers und Stefan Zimkeit im Düsseldorfer Landtag ein Gespräch mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Kutschaty, Vertretern der IG Metall und des Betriebsrates von MAN Energy Solutions geführt, unter ihnen auch der Betriebsratsvorsitzende und Stadtverordnete Helmut Brodrick. Bereits bei diesem Treffen hatte Brodrick deutlich gemacht, dass neben gutem Willen der Faktor Zeit eine bedeutende Rolle spiele: „Noch haben wir gute Möglichkeiten, die Wasserstofftechnologie in Deutschland zu entwickeln, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und Arbeitsplätze hier vor Ort zu sichern.“

Ziel des SPD-Vorstoßes ist es, Oberhausen zu einem Standort für Forschung, Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff zu machen, um so hochqualifizierte industrielle Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig einen Beitrag zum Verzicht auf klimaschädliche Energieträger zu leisten.

Denkbar sei es zum Beispiel, in Oberhausen mit verschiedenen Partnern eine Pilotanlage für die Produktion von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab zu errichten. In Augsburg, dem Hauptsitz von MAN Energy Solutions, gibt es bereits Gedankenspiele, versuchsweise mit der dortigen Abfallverwertungsanlage in die Wasserstoffproduktion einzusteigen – nötig wären dafür neben den technischen Voraussetzungen ein Erdgasanschluss und viel Strom, der aus der Abwärme der Müllöfen produziert wird. Die Voraussetzungen und das notwendige Know-how wären also in Oberhausen vorhanden. Nach Ansicht der SPD-Fraktion ist es nun an der Zeit, aus dieser Erkenntnis endlich praktischen Nutzen zu ziehen.

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Das Oberhausener Werk von MAN Energy Solutions könnte ein wichtiger Player werden, wenn Oberhausen den Schritt hin zur grünen Wasserstoffwirtschaft macht.