Problem Schrottimmobilien mit Ernst angehen

| Planung

Neuordnung der stadteigenen Immobilien eröffnet neue Möglichkeiten

Der jüngste Brand im so genannten „Horror-Hotel“ am Osterfelder Volksgarten ist zwar schon einige Wochen her, der Ärger über die Zustände dort ist aber noch längst nicht verraucht. „Es ist einfach nur unbefriedigend, wenn man als Politikerin um die Probleme weiß, von den Menschen im Stadtteil immer wieder darauf angesprochen wird, aber man das Problem nicht nachhaltig lösen kann“, fasst Helga Grothe, Sprecherin der SPD-Fraktion in der Oberhausener Bezirksvertretung, die Situation zusammen. 

Das ehemalige Hotel am Volksgarten mag derzeit die bekannteste Immobilie in Oberhausen sein, die unter dem offenkundigen Desinteresse des Besitzers leidet und das Umfeld in Mitleidenschaft zieht, doch es ist beileibe nicht die einzige.

Appelle fruchten nicht

„So genannte Schrottimmobilien, deren Besitzer aus dem Eigentum offenbar keinerlei Verpflichtungen für sich ableiten, sind ein zunehmendes Problem“, stellt Christiane Gerster-Schmidt, Sprecherin der SPD-Fraktion in Alt-Oberhausen, fest. „Gut gemeinte Appelle an die Immobilienbesitzer fruchten offenkundig nicht.“

Das Dilemma um Schrottimmobilien in Oberhausen hat noch nicht die Dimensionen erreicht, mit denen einige andere Ruhrgebietsstädte zu kämpfen haben. Die Politik ist für das Problem indes sensibilisiert: So hat sich die „Arbeitsgruppe Problemimmobilien“ auf Antrag der SPD seit knapp zwei Jahren auch mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen, Immobilien für eine weitere Entwicklung zu kaufen. „Hier könnte z.B. eine Stadtentwicklungsgesellschaft geprüft werden“, hieß es in dem Antrag. „Und hier sind wir einen ganz entscheidenden Schritt nach vorne gekommen“, erklärt der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion und Sterkrader Bezirksbürgermeister Ulrich Real: Mit breiter Zustimmung für einen Änderungsantrag der SPD in Sachen Neuordnung von Immobilien im Konzern Stadt Oberhausen hat der Rat in seiner letzten Sitzung den Weg frei gemacht für eine eigene Stadtentwicklungsgesellschaft. Dieser soll es laut Ratsbeschluss möglich sein, „aktiv Immobilien/Schrottimmobilien bzw. Grundstücke in der Stadt zu kaufen, weiterzuentwickeln, ggf wieder zu verkaufen, um die Entwicklung in den Statteilen aktiv steuern zu können“.

„Wir geben der Stadt damit die Gelegenheit, das Heft des Handelns in die eigenen Hände zu nehmen“, erklärt Real.

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Der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion und Sterkrader Bezirksbürgermeister Ulrich Real sowie die Sprecherinnen der SPD-Bezirksfraktionen von Osterfeld und Alt-Oberhausen, Helga Grothe (Bild, Mitte) und Christiane Gerster-Schmidt, setzen darauf, mit der Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft ein wirksames Instrument mehr gegen so genannte Schrott-Immobilien in der Hand zu haben.